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Die fabelhaften Welten des Olaf Hajek

Ein Atelierbesuch beim Magier der Formen und Farben. Zwischen seinen beiden Wirkungsstätten Berlin und Palma auf Mallorca pendelnd, nimmt der Illustrator die Betrachter gern mit in seine phantastischen Welten.
8 Minuten
Von
Nadine Semmler
,
veröffentlicht am
15.11.2021
.
Fotos:
Jonas Holthaus

Ein Olaf Hajek ist ein Olaf Hajek! Die Illustrationen des Künstlers mit dem unverkennbaren Stil bergen unzählige Details, die es zu entdecken und zu bewundern gilt. Ebenso viel zu entdecken gibt es in seinem Berliner Studio, wo wir den gebürtigen Rendsburger Künstler treffen, dessen Stil ihn auf die Auftragslisten von Luxuslabels, Traditionsunternehmen und renommierten Magazinen wie The New York Times, The Guardian, Forbes, Süddeutsches Magazin, Stern oder Rolling Stone bringt.

COVERED: Schön, dass du heute Zeit für uns hast. Wir müssen gestehen, dass wir echte Fans deiner Arbeiten sind. Mit deinen detailverliebten, phantasievollen Zeichnungen und einem Faible fürs faszinierende Farbenspiel hast du dir einen Namen bei Liebhabern, Kunden und Kunstkennern (und auch bei uns) gemacht. Viele verorten dich vor allem als Illustrator. Wenn man allerdings dein Studio betritt und sich ein wenig umblickt, begegnet man unzähligen Dingen, die deine Handschrift tragen – vom bestickten Puff oder Deko-Kissen über bemalte Porzellandosen, Vasen oder Gläser renommierter Manufakturen, Duftkerzen französischer Luxusmarken, hinreißend illustrierte Bücher für kleine und große Fans und natürlich jeder Menge auf Staffelei und Boden verteilte Malereien. Wo würdest dich also selbst einordnen?

Olaf: Ich sehe mich als Künstler. Aber auch als Illustrator bin ich Künstler. Der einzige Unterschied ist, dass ich dann auftragsbezogen arbeite, aber dennoch in meinem Stil und mit meiner Vision den Auftrag interpretiere. Im Lateinischen bedeutet „illustrare” erleuchten und preisen. Das finde ich eine wunderbare Erklärung.

COVERED: Wir haben es versucht und mussten feststellen, dass es schwierig ist, deinen Stil in Worte zu fassen. Welche Worte würdest du selbst wählen, um deinen Stil zu beschreiben?  

Olaf: Eine Stilistik zu beschreiben ist schwer. Das überlasse ich eigentlich dem Betrachter. Am ehesten würde ich meine Arbeit als „sophisticated modern folk art” bezeichnen. Ich liebe die einfache Form, die aber wiederum detailliert bearbeitet wird. Außerdem ist das Surreale und Rätselhafte mir sehr wichtig. Hinter der schönen Oberfläche verbirgt sich auch immer ein Geheimnis.

COVERED: Deine Erfolgsgeschichte begann nach deinem Studium mit Illustrationen für ein bekanntes Männermagazin. Wie würdest du in wenigen Sätzen die wichtigsten und für dich spannendsten Stationen deiner Karriere als Künstler beschreiben?

Als junger Illustrator träumte ich von den großen internationalen Publikationen wie dem New Yorker oder der New York Times. Die wichtigste Station in meiner Karriere war daher meine erste Reise nach New York. Ich stellte mich in verschiedenen Verlagen vor und durfte schon nach dem ersten Treffen eine Theateraufführung für den New Yorker Illustrieren. In dieser kurzen Woche in New York lernte ich auch meinen ersten Repräsentanten kennen. Von dann an ging es stetig bergauf. Ich hatte das Glück in einer Zeit zu beginnen, wo die Art Direktoren noch Zeit und Muße hatten, sich die Portfolios der jungen Kreativen in Ruhe anzusehen.

Es gibt viele spannende Stationen, aber wichtig war für mich immer die internationale Ausrichtung. Das schönste an meiner Karriere war die Vielfalt – das Kaufhaus in New York, eine Zusammenarbeit mit einer Telenovela in Rio de Janeiro, Ausstellungen in Südafrika oder Vasen in Meissen. Für mich ist diese multikulturelle Idee immer am spannendsten.

COVERED: Was schätzt du an deiner Arbeit besonders und welche Arbeitsschritte im Entstehungs- und Kreativprozess würdest du lieber gern überspringen – denn sind wir mal ehrlich, wer liebt schon immer alles?  

Ich bin Maler, daher ist für mich die Ausarbeitung immer das schönste. Als freier Künstler kann ich sofort beginnen, da brauche ich die Idee nur im Kopf. Bei der Auftragsarbeit kommt natürlich der Prozess der Vorbereitung hinzu. Da ich nicht digital arbeite, mache ich nur Bleistiftskizzen. Ich bin also auch von der kreativen Fähigkeit des Auftraggebers abhängig, der mir im besten Falle genügend künstlerische Freiheit zugesteht.

COVERED: Wie fokussierst du dich, um dich einem neuen (Kunst)Werk voll und ganz zu widmen?

Bei der Malerei lasse ich mich auch vom Augenblick leiten. Daher ist es oft auch nur ein Moment, der mich gerade fasziniert und mich dann völlig eintauchen lässt. Genauso kann aber auch das Gegenteil passieren und ich komme einfach nicht weiter. Dann muss man lernen, Abstand zu nehmen und mit neuem Blick wieder zu beginnen. Manchmal drehe ich ein Bild auch einfach um und erkenne neue Aspekte, die das Bild in eine ganz neue Richtung führen. Der Fokus ist dann selbstverständlich.

COVERED: Was bedeutet Schönheit, bezogen auf deine Arbeit, für dich?

Schönheit bedeutet alles, aber natürlich ist Schönheit auch ein sehr individueller Begriff. Für mich ist Schönheit nicht Perfektion. Ich liebe die Textur, die Patina, das Haptische. Die Kraft des Einfachen ist oft Grundlage meiner Ästhetik. Als Maler bin ich Handwerker und will die Spuren dessen auch in meinem Bilder sehen.

COVERED: Wir treffen dich heute in deinem Berliner Studio. Genauso gut hätten wir dich aber auch in Palma antreffen können, wo du ein weiteres Atelier hast. Wenn du die Arbeits- und Wirkungsstätten in beiden Ländern miteinander vergleichst, was denkst du, sind deiner Meinung nach die Vorteile der jeweiligen Standorte und wo arbeitest du am liebsten?

Ich arbeite in beiden Ateliers sehr gerne, da sie so unterschiedlich sind und mich jeweils ganz anders inspirieren. Ich habe immer schon gerne an verschiedenen Orten gearbeitet und war überrascht, welche Energie dann auch entstehen kann. Ich hatte zum Beispiel viele Ausstellungen in Kapstadt und habe dort immer vor Ort in improvisierten Ateliers gearbeitet. Gerade das war immer auch eine starke Form der Freiheit. Berlin ist mein Zuhause und ich kann dort gut funktionieren, Palma ist ein Ort des Lichts und ich male mit Blick zum Meer. Ich brauche einfach beides.  


COVERED: An welchen Projekten arbeitest du momentan und wo könnte man deiner Kunst demnächst auch einmal live, in Form von Ausstellungen, begegnen?

Ich nehme gerade an einer Gruppenausstellung in Bad Soden teil. Organisiert von der Galerie am Dom in Wetzlar.

Zudem ist eine große neue Arbeitsreihe „Natura Morta” gerade bei meiner Berliner Galeristin Anna Lüpertz erhältlich.

Außerdem habe ich am 11.12. eine Vernissage in der Galerie „D.EINS/GALLERY”. Dort werden großformatige Bilder ausgestellt, die ich im Herbst als Artist in Residence zusammen mit dem wunderbaren Maximilian Magnus im Allgäu gemalt habe. Eine sehr spannende und wunderbare kreative Zeit, deren Ergebnisse man dann in Hamburg sehen kann.    


COVERED: Vielen Dank für das angenehme Gespräch und viel Erfolg bei deinen anstehenden Projekten.

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