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Empowering Women @ CLARK - Teil II

Im ersten Teil unserer Female Empower-Serie haben Lisa Langer und Linda Ritter eindrucksvoll gezeigt, wie sie bei CLARK das Controlling- und Rechnungswesen rocken. Heute stellen wir euch das nächste Power-Duo vor: Nora Wendt und Nagihan Güler.
10 Minuten
Von
Jessica Walker
,
veröffentlicht am
15.10.2021
.
Fotos:
Jonas Reuter

Zwei beeindruckende Working Mums, die nicht nur ihre Familien, sondern auch das PR- und Sales Operations-Team bei CLARK managen! Wie sie tagtäglich den Spagat zwischen Kita, Konferenz und Kinderzimmer schaffen, haben sie uns im Interview verraten.

COVERED: Nora, du bist 100% CLARKee und 100% Mutter: Für viele Frauen klingt das nach einer Unmöglichkeit. Wie schaffst du es, beides in deinem Alltag zu vereinbaren und wie geht es dir damit?

Nora: Erst gestern habe ich unglaubliche Zahlen gelesen: Weltweit arbeiten Frauen täglich 12 Milliarden Stunden, ohne dafür bezahlt zu werden. Dabei geht es nicht um Lohnarbeit, sondern um Care Arbeit (deutsch: Sorgearbeit und ja, das kann einen wirklich sorgen!). Auch meine Tage bestehen aus Care- und Lohnarbeit. Morgens vor dem ersten Meeting habe ich häufig schon einige Stunden Care Arbeit hinter mir: Drei Personen aus den Betten werfen, waschen, anziehen, Brote für den Kindergarten schmieren und die beiden Kids dort abliefern. Wenn ich am PC sitze, beginnt sozusagen der entspannte Teil des Tages. Nach der Arbeit und Kita unternehmen wir etwas als Familie, meist draußen in der Natur oder auf dem Spielplatz, wir essen gemeinsam, bringen die Kids ins Bett und dann ist der Tag auch “schon” rum. Gearbeitet habe ich also an einem normalen Tag circa 14 Stunden – Care Arbeit und Lohnarbeit. Ich könnte behaupten, dass ich das alleine schaffe, aber das ist unmöglich. Der Schlüssel ist eine gleichberechtigte Elternschaft mit meinem Mann, aber auch die Omas und der Opa, Freund:innen, Erzieher:innen im Kindergarten, Sportvereine – sie alle gehören zu dem sogenannten Dorf, das wir uns aufgebaut haben und das man braucht, um Kinder in ihrer Kindheit zu begleiten. Und liebe ich meine beiden Jobs sehr!

COVERED: Du warst vor CLARK lange Zeit auf Agenturseite tätig. Der PR-Welt sagt man häufig nach, sie wäre eine weibliche Branche mit männlicher Spitze. Würdest du diese Aussage unterschreiben? Und wo liegt für dich der Schlüssel, um mehr Frauen in die Führung zu bringen?

Nora: Ich weiß nicht, ob das stimmt. Ich habe einige tolle, inspirierende Frauen in Führungspositionen kennengelernt, die mich auf meinem Weg begleitet haben. Für mich waren diese Frauen der Schlüssel. Wir sollten uns von Frauen beeinflussen und inspirieren lassen, die ihren Weg gehen. Wir sollten selbst sichtbar und anderen ein Vorbild sein. Wir sollten weniger in Rollen denken und einfach machen, statt immer zu hinterfragen, ob es überhaupt geht.

COVERED: Als Head of PR & Internal Communications bist du bei CLARK unser Kommunikationsprofi. Welchen Tipp möchtest du Frauen beim Kommunizieren speziell bei Verhandlungen mit auf den Weg geben, die noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen?

Nora: Mir hilft es, authentisch zu bleiben statt vermeintlich erfolgreichen Verhandlungsstrategien zu folgen und mich auf meine Stärken zu fokussieren. Ich überlege mir, was mein Ziel und meine Botschaften sind. Außerdem hilft es mir, wenn ich vorab Erfolg und Misserfolg der Verhandlung definiere und wie ich beides für mich einordnen kann.

COVERED: Was denkst du, welche Herausforderungen auf die nächste Generation von weiblichen Führungskräften warten, die sich auch ganz bewusst für eine Mutterschaft entscheiden?

Nora: So sehr ich es mir wünsche – ich denke nicht, dass sich die Strukturen und Denkmuster von heute auf morgen ändern. Gleichberechtigung ist ein Marathon und wir sind noch lange nicht am Ziel. Für Veränderung zu kämpfen ist anstrengend genug. Da hilft es, wenn man zumindest die gleichen Vorstellungen wie der/die Partner:in von einer gleichberechtigten Elternschaft hat. Wer geht wie lange in Elternzeit, wie teilt man die Care Arbeit auf, wie werden finanzielle Einbußen ausgeglichen, welcher Support wird zusätzlich gebraucht, um alle Bedürfnisse zu erfüllen? Wir sind die erste Generation, die sich an einer gleichberechtigten Elternschaft versuchen. Es gibt wenige Vorbilder, an denen wir uns orientieren können – an unseren Eltern schon mal nicht. Wir ruckeln uns ein, manchmal läuft es besser, manchmal schlechter. Wir dürfen nachsichtig mit uns sein und hoffen, dass sich für unsere Kinder die Frage nach Gleichberechtigung nicht mehr stellt.

COVERED: Gab es schonmal einen Moment, in dem du das Gefühl hattest, aufgrund deines Mutterseins im Berufsleben/Job anders behandelt zu werden als deine männlichen Kollegen?

Nora: Ja, definitiv! Als ich das erste Mal schwanger war und es meinem Chef sagte, saß ich von einem auf den anderen Tag auf der Ersatzbank. Das war ein richtig doofes Gefühl. Umso schöner, dass ich jetzt in einem Unternehmen arbeite, in dem mein Job als Mutter keine Sonderrolle bedeutet und dass ich den Frauen in meinem Team helfen kann, ihren Wert zu kennen – unabhängig davon, ob und wie sich ihre Lebensumstände verändern.

COVERED: Als Frau Kinder und Karriere unter einen Hut bringen? Welche Herausforderungen und Schwierigkeiten das mit sich bringt, weiß auch Nagihan – Leiterin des Sales Operations Teams und zweifache Vollblutmama. Nagihan, neben deiner Familie führst du bei CLARK ein siebenköpfiges Team an. Wie würdest du deine Rolle beschreiben?

Nagihan: Aufregend und spannend! Wir sind das letzte Rad am Wagen, mit uns rollt das Auto quasi an. Gerade am Monatsende sind die Augen auf uns gerichtet und warten, dass wir den Monat abschließen. In meine Rolle wachse ich jeden Tag aufs Neue wieder rein, jeder Tag ist eine neue Herausforderung.

COVERED: Als du Ende 2016 dein Vorstellungsgespräch bei CLARK hattest, kam das Thema Familie auf. Dass du den Job bei CLARK auch als Mutter von zwei kleinen Kindern machen kannst, war für Dr. Marco Adelt damals klar. War CLARK hier die Ausnahme oder musstest du auf deinem Karriereweg schon einmal aufgrund deiner Mutterschaft Opfer bringen? Und falls ja, welche?

Nagihan: In meinem vorherigen Job war ich an Bürozeiten gebunden. Das bedeutet, man hatte einen Rechner auf der Arbeit und konnte nur von dort aus arbeiten. Bei CLARK hatte ich meine erste Erfahrung mit Home-Office. Es stellt überhaupt keine Probleme dar, wann und wo ich arbeite. Diese Flexibilität kenne ich nur von CLARK und bin mega dankbar dafür. CLARK war auch der einzige Arbeitgeber, der mir diese Möglichkeit angeboten hat. Bei allen anderen musste ich dann mit den Arbeitsstunden spielen und mich mehr einschränken.

COVERED: Seit dem sind nicht nur deine Kinder größer geworden, auch du hast dich bei CLARK weiterentwickelt. Anfang des Jahres hast du bei der TAM Akademie eine Leadership-Ausbildung abgeschlossen. Was sind deiner persönlichen Meinung nach Eigenschaften, die eine erfolgreiche (weibliche) Führungskraft mit sich bringen sollte?

Nagihan: Ich würde hier nicht zwischen weiblich und männlich differenzieren. Die TAM Akademie hat uns die moderne Führung näher gebracht – und mir vor allem die Augen geöffnet. In der heutigen Gesellschaft wird viel über “spießige” Führung gesprochen. TAM hat ganz klar gesagt “KOMMUNIKATION ist alles”. Bislang kannte ich von meinen vorherigen Arbeitgebern nur diese mühseligen Feedbackgespräche, die immer mit Aufregung verbunden waren. TAM hat mir dagegen moderne Führungsrollen näher gebracht. Einer meiner Lieblingssätze aus der TAM ist: “Lerne deine Mitarbeiter:innen jeden Tag NEU kennen”. Also weg vom Schubladendenken! Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob man die moderne Führung in einem festgesetzten Konzern einbringen kann. Bei CLARK können wir uns dagegen entfalten und entwickeln.

COVERED: Karriere und Kinder: Für dich als zweifache Mutter ein Widerspruch? Woran denkst du liegt es, dass vor allem gesellschaftlich beides oft als unvereinbar angesehen wird?

Nagihan: Das ist meiner Meinung ganz klar: Flexibilität! Als Mama muss jeder Tag gut strukturiert und organisiert sein. Ich kann nicht einfach sagen, „heute geht mein Kind eben mal nicht zum Sport, weil ich überstunden machen muss“ oder „mein Vorgesetzter soll heute auf mich verzichten“. Jeder Tag ist von mir immer durchgeplant und als Mama möchte man es einfach jedem Recht machen. Meine Kinder sollen niemals darunter leiden, dass die Mama arbeiten geht. Es hängt auch viel am Partner, beide müssen an einem Strang ziehen und auch für den Partner muss die Entscheidung der Frau akzeptiert und unterstützt werden. Ich bin froh, dass ich die Unterstützung von meinem Partner und von CLARK bekomme – nur so kann ich entspannt in den Tag gehen.

COVERED: Was sind deiner Meinung nach vorhersehbare Herausforderungen für weibliche Führungskräfte, die zudem Mutter sind? Welche Stolpersteine müssen diesbezüglich Frauen oftmals überwinden, im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen?

Nagihan: Naja, bislang war es immer so: Der Mann geht arbeiten, die Frau bleibt zu Hause und kümmert sich um Haushalt und Kinder. Ein Klischee, das heutzutage zum Glück nicht mehr so extrem gelebt wird. Die Männerwelt musste aber erstmal akzeptieren, dass auch Frauen Karriere machen UND Familie haben möchten. Das bedeutet aber auch, dass Frauen ihren Männern mehr zutrauen müssen, wie z. B. am Nachmittag Kindertaxi sein, Kochen, Aufräumen, auf Elternabende gehen etc. Ich bezeichne das als Loslassen. Frauen können nicht immer alles selbst koordinieren und bewachen. Für Männer sieht immer alles so einfach aus: „Die Frau kümmert sich schon um alles.“ Was tatsächlich auch so ist, aber das Zeitmanagement ist das A und O. Männer gehen mit ihrem eigenen Leben viel entspannter um, während Frauen mehr planen und koordinieren. Manchmal wünsche ich mir etwas mehr von der entspannten Art der Männer :)

COVERED: Lieben Dank für eure Zeit und das spannende Gespräch. Wir wünschen euch und euren Familien alles Gute!

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