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Kreativ im Hier und Jetzt mit Stéphane Peeps

Kreativ, kreativer, Stéphane Peeps! Wer den Fashion Designer und Movement Director live erlebt, merkt: Kreativität ist sein Lebenselixier – und das in jedem einzelnen Augenblick.
9 Minuten
Von
Jessica Walker
,
veröffentlicht am
4.4.2022
.
Fotos:
Jonas Holthaus

Bewusst im Moment sein, seine Umgebung wertschätzen und Spaß an dem haben, was man tut: Diese Werte zeichnen den lebensfrohen Franzosen mit kamerunischen Wurzeln aus – beruflich wie privat. Wobei auch das typisch für Stéphane ist: Eine wirkliche Grenze gibt es an dieser Stelle nicht. Bei ihm scheint alles eher miteinander verbunden und im Fluss statt klar voneinander abgegrenzt zu sein, – was sich auch in seiner Karriere und seinen Kreationen zeigt.

Nach seinem Wirtschaftsstudium und einem Job als Sales Manager bei einer Bank, ging Stéphane Anfang bis Mitter der 2000er seiner ersten großen Leidenschaft dem Tanzen nach. Schnell gewann er unzählige Wettbewerbe, entwickelte eigene Choreografien, gab Workshops auf der ganzen Welt und vermittelt sein Können auch heute noch an der Flying Steps Academy und der UDK Berlin.

Seine Kreativität allein in Bewegung auszudrücken, reichte ihm jedoch nicht. Gemäß dem Motto „Was raus muss, muss raus!“, nimmt seit fast zehn Jahren daher eine weitere Passion viel Raum in seinem Leben ein: das Designen von Mode und Kunst! So arbeitete er zwei Jahre lang als Creative Director für das Berliner Label Belans, begann parallel damit, Kleidung für Sänger, Tänzer und Schauspieler zu kreieren und arbeitete mit großen Firmen wie Adidas, Nike und Netflix zusammen. 2017 schuf Stéphane schließlich sein eigenes Label und die Kreativagentur FAAM Studio in Berlin-Charlottenburg. Und genau dort haben wir ihn besucht!


COVERED: Hallo Stéphane, danke für die Einladung. Wenn wir uns so umschauen, wissen wir gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen! Es ist schwer zu sagen, ob wir jetzt in einem Fashion Atelier oder einer kleinen Kunstgalerie sind … Woran liegt das? Kannst du uns etwas mehr über das FAAM Studio erzählen und warum du es gegründet hast?

Stéphane:
FAAM Studio steht eigentlich für zwei Dinge. Zum einen ist es die Abkürzung für: “Fashion, Art and Movement”. Aus irgendeinem Grund scheinen viele Menschen diese Dinge voneinander zu trennen. Dabei kleiden wir uns alle, machen alle auf eine Art und Weise Mode und wir alle bewegen uns! Für mich als Choreograph und Mode-Designer war es daher wichtig, diese Begriffe wieder miteinander zu verbinden. Darum habe ich das FAAM Studio gegründet.

Zum anderen bedeutet „femme“ („famm” ausgesprochen) auf Französisch „Frau“. FAAM ist daher auch eine Widmung an all die starken Frauen, mit denen ich aufgewachsen bin – meine Schwestern, meine Tanten und meine Mutter, die Mode wirklich liebten. Die Art, wie sie sich kleideten, wenn es z. B. zu einer Party oder einer Hochzeit ging, sowie Mode im Allgemeinen hat mich seit meiner Kindheit fasziniert.

„Wir geben Kleidung ein zweites Leben”

COVERED: Lass uns noch ein bisschen über FAAM Studio sprechen. Was würdest du sagen, zeichnet das Label und deine Mode aus?

Stéphane: Was FAAM besonders macht, ist, dass wir viele unterschiedliche Dinge kreieren. Wir machen z. B. alle drei Monate eine Kollektion oder ein Video oder ein Shooting, um authentisch und frisch zu bleiben. Darüber hinaus arbeiten wir hauptsächlich mit nachhaltigen Stoffen, die wir recyceln und wiederverwerten. Denn wir haben so viele Dinge bereits um uns herum, aus denen wir etwas Neues erschaffen können. Bei FAAM Studio geben wir Kleidung daher ein zweites Leben beziehungsweise eine zweite Chance, die wir alle – wie ich finde – verdient haben.

COVERED: Apropos … auch Berlin als Wahlheimat hast du eine zweite Chance gegeben. Vor etwa elf Jahren warst du das erste Mal hier, bist dann aber nach New York gezogen und schließlich nach Paris zurückgekehrt, ehe es dich vor acht Jahren ein weiteres Mal nach Berlin gezogen hat. Und diesmal bist du geblieben! Warum war das mit Berlin keine Liebe auf den ersten Blick? Hast du dich in der Zwischenzeit verändert, die Stadt – oder vielleicht beides?

Stéphane: Das ist eine gute Frage. Ich wollte noch mehr von der Welt entdecken, um ehrlich zu sein. Und als ich das erste Mal in Berlin war, mochte ich es nicht allzu sehr. Ich ging dann nach New York, um meine tänzerischen Fähigkeiten zu verbessern, hatte Arbeit als Tänzer und Choreograf und war zu dieser Zeit viel unterwegs. Aber aus irgendeinem Grund fühlte ich mich wieder nach Berlin zurückgezogen. Ich weiß nicht, was es war, aber es war ein Gefühl, dass hier noch etwas Bestimmtes auf mich wartet. Deshalb bin ich in die Stadt zurückgekommen.

„Tanzen und Mode ist eine Art Therapie“

COVERED: Und darüber freuen wir uns sehr, dass du aus der Berlin aus kreativ bist! Was bedeutet denn Kreativität für dich und wo findest du Inspiration für deine Kreationen?

Stéphane: Dinge zu erschaffen ist eine Art Medizin für denjenigen, der es tut. Früher war das Tanzen eine Art Therapie für mich, heute ist es eine Art Therapie, Mode zu machen. Ich glaube, es ist gut, alles, was man an Kreativität im Kopf hat, nach außen in die Welt zu tragen. Und was die Inspiration angeht, lasse mich gerne von vielen Dingen inspirieren – das kann griechische Mythologie, Philosophie oder Fotografie sein, aber auch meine afrikanischen Wurzeln sowie kreative Menschen um mich herum. Und natürlich lasse ich mich auch von Tänzern und Musik inspirieren. Am Ende ist es die Vielseitigkeit und die Neugier, die ich mir bewahre, die mich kreativ macht, würde ich sagen.


COVERED: Stichwort Tanzen: Anfang/Mitte der 2000er hast du damit begonnen, deine Karriere als Tanzkünstler voll auszuleben. Und das sehr erfolgreich. Was war es, was dich am Tanzen so begeistert hat – und woher kommt eigentlich dein Spitzname Peeps?

Stéphane: Ich liebe dieses Gefühl, das man hat, wenn man tanzt. In diesen Sekunden oder Minuten denkt man an nichts, man ist einfach nur da, man ist im Moment. Leider vergessen wir das manchmal, weil wir zu sehr in unseren Gedanken sind und das tut uns, denke ich, nicht gut. Beim Tanzen geht das nicht, – da ist man sofort im Moment.

Und das mit Peeps ist eine lustige Geschichte. Eigentlich ist es ein Familien-Spitzname. Als mich in meiner Teenagerzeit in Paris mal ein Freund besuchte, hörte er, wie meine Mutter mich Peeps nannte. Daraufhin fing er an, mich ständig Peeps zu nennen und schließlich auch mein ganzes Umfeld. Als ich meine Tanzkarriere etwas professioneller verfolgte, beschloss ich, ihn beizubehalten, weil es einfach natürlich war. Peeps ist außerdem auch eine Abkürzung für „People“ und da ich es liebe, zu kommunizieren und unter Menschen zu sein, denke ich, dass der Name total Sinn macht.

„Was ich in meiner Seele und meinem Herzen habe, muss rauskommen”

COVERED: Während du dich erfolgreich durch die Welt getanzt hast, hattest du parallel auch immer eine Liebe zum Design, die du seit 2013 intensiv verfolgst. Angenommen, du müsstest dich aus irgendeinem Grund für nur eine Sache entscheiden: Tanzen oder Designen – was würdest du wählen?

Stéphane: Das ist eine schwere Frage … Ich denke, ich würde mein Design tanzen oder meinen Tanz designen haha. Aber nein im Ernst, ich würde nichts davon aufgeben wollen. Denn ich habe immer viel getanzt und ich hatte immer die Idee, verschiedene Dinge zu kreieren. Darum beschränken wir uns auch bei FAAM Studio nicht nur auf das Tanzen oder Choreografieren oder auf Mode – wir sind einfach generell kreativ und wir arbeiten auch an einigen Kunstprojekten. Ich sehe das so: Was ich in meiner Seele und meinem Herzen habe, muss rauskommen – und das können verschiedene Dinge sein.

COVERED: Wer der auf Instagram folgt, entdeckt, dass du noch eine dritte Leidenschaft zu haben scheinst … denn zwischen Posts über Mode- und Tanzen tauchst du auch immer mal wieder auf einem Motorrad auf. Wie oft cruist du denn mit deiner Maschine durch Berlin und was ist das für ein Gefühl für dich?

Stéphane: Ich bin ein großer Fan von Bewegung im Allgemeinen. Also nicht nur vom Tanzen, sondern auch von der Bewegung eines Motors sowie von Oldtimer-Motorrädern und -Autos. Sie inspirieren mich auch, wenn es um die Gestaltung meiner Kleidung geht. Wenn ich Motorrad fahre, bedeutet das für mich wirkliche Freiheit. Ich kann in gewisser Weise kreativ sein, aber bin dennoch im Moment. Dieses Gefühl habe ich auch, wenn ich tanze. Das erinnert mich an ein Buch, das ich von Eckhart Tolle gelesen habe: „Die Kraft der Gegenwart”. Es ist ein großartiges Buch, weil es uns daran erinnert, wieder mehr im Hier und Jetzt präsent zu sein und den Augenblick und was wir tun bewusst zu erleben.


COVERED: Bei so vielen Leidenschaften fragen wir uns, was wohl als Nächstes kommt? Und hast du irgendein persönliches Ziel für dieses Jahr?

Stéphane: Auf jeden Fall! Wir werden mehr Modekollektionen machen und mehr mit Tänzern, Schauspielern und Sängern zusammenarbeiten und auch Kostüme für Theaterstücke und verschiedene Projekte entwerfen. Dieses Jahr wird also ein volles Jahr werden!

Was persönliche Ziele angeht, würde ich gerne weiterhin eine Inspiration für Menschen sein und ihnen zeigen, dass sie im Leben machen können, was sie gerne machen wollen. Ich selbst habe mit dem Tanzen begonnen und erreiche damit Tausende von Menschen, obwohl ich nie wirklich Tanz studiert habe. Ich habe es einfach getan, weil es meine Leidenschaft war und ich es liebe. Und genauso war es auch beim Designen. Mein Ziel ist es daher, im nächsten Jahr die Marke FAAM Studio weiter ausbauen, mich selbst weiterzuentwickeln, eine Inspiration für andere zu sein und mich selbst weiter inspirieren lassen.


COVERED: Danke für das Interview Stéphane, uns hast du bereits inspiriert und wir sind gespannt, womit du und FAAM Studio uns in Zukunft noch überraschen werdet!

Übrigens: Für alle Fashion-, DIY- und -Upcycle-Fans haben wir noch eine Überraschung! Wer sich ein paar Kniffe von Stéphane Peeps abschauen möchte, kann einen „Creative Workshop“ mit ihm im FAAM-Studio gewinnen und ein (altes) Lieblingsteil kreativ pimpen lassen. Wenn du mehr dazu erfahren willst, schau einfach auf unserem Instagram-Profil clarkapp vorbei!

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