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„Ich gehe raus, um reinzukommen”

Livia Ritthaler, Art Direktorin und Buchautorin, über ihre tierisch gute Work-Life Balance.
12 Minuten
Von
Nadine Semmler
,
veröffentlicht am
4.12.2020
.
Fotos:
Jonas Holthaus

Livia Ritthaler leitet ihr eigenes Designstudio und ist seit einigen Jahren auf den Hund gekommen. Als Art Direktorin und Hundebesitzerin hauchte sie vor kurzem einem Herzensprojekt Leben ein und verbindet damit ihre Leidenschaft zur kreativen Arbeit mit ihrem Hund. Wir treffen Livia Ritthaler auf einen Talk und Walk und sprechen mit ihr über „Walking Wild”, ein ästhetisch ansprechender Guide für Berliner Hundehalter – ihr ganz persönliches Mantra in Buchform: Verschnaufpausen mit ihrer Hündin Bob sind kleine Wellness-Wunder, die den eigenen Fokus wieder scharf stellen.

Home Office mit Livia Ritthaler

COVERED: Livia, schön, dass du Zeit für uns hast und uns zu dir nach Hause eingeladen hast. Du bist gerade im Homeoffice. Was hat sich seit Corona alles für dich geändert?

Livia: Ich mache Homeoffice wegen Corona, ja, aber auch wegen meiner Tochter. Mein Partner und ich haben uns die Elternzeit geteilt, was bedeutet, dass ich zumindest hin und wieder arbeiten kann. Glücklicherweise sind mir trotz Corona meine bestehenden Kunden treu geblieben, nur ein paar der größeren Sachen haben nicht stattgefunden.  

Inspiration findet Livia auch in ihrem Zuhause

COVERED: Corona ist für die meisten eine herausfordernde Zeit. Gab es trotz allem auch positive Veränderungen, die du erlebt hast?  

Livia: Tatsächlich habe ich die ganze Situation nicht so schlimm empfunden, da ich meinen Job wegen meiner Tochter ohnehin zurückfahren musste. Zudem sind frischgebackene Eltern in ihrer eigenen Baby Bubble. Ich genieße die Entschleunigung, auch wenn ich den wirtschaftlichen und sozialen Druck, der durch Corona entsteht, absolut nachempfinden kann. Allerdings denke ich auch, dass es der Gesellschaft ganz gut tut, ein wenig herunterzufahren und Geschwindigkeit rauszunehmen.

Zeit für gute Laune bleibt immer

COVERED: Du arbeitest als freie Art Direktorin und hast dein eigenes Designstudio, STUDIO L’. Wie schaffst du es bei Kind und Kreativ-Projekten einen kühlen Kopf zu bewahren?

Livia: Ich bin generell sehr stressresistent, was meinen Job betrifft. Für mich ist aber eine feste Struktur enorm wichtig. Außerdem achte ich darauf, regelmäßig mit meinem Hund Bob rauszugehen, um mir kleine Erholungspausen zu gönnen.

Kleine Auszeit im Mauerpark: Livia Ritthaler
„Wenn ich in meinen Projekten versinke, erinnert mich Bob regelmäßig an Erholungspausen"

COVERED: Wie wichtig sind dir diese kleinen Auszeiten?

Livia: Das kreative Arbeiten und STUDIO L‘ sind meine Leidenschaft. Dadurch vergesse ich aber auch am Rechner schnell mal die Zeit und versinke in meinen Projekten. Bob erinnert mich dann regelmäßig an kleine oder größere Erholungspausen, die für Körper, Geist und ebenso die Beziehung zu meinem Hund wichtig sind. Das steigert nicht nur das Wohlbefinden, sondern erhöht auch die Produktivität. Ganz nebenbei kommen mir bei diesen Spaziergängen die besten Ideen.

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Livia und Bob auf Kieztour

COVERED: Du gehst also mit Bob raus, um runterzukommen und in deine Arbeit gedanklich wieder reinzukommen?

Livia: Ja, das kann man so sagen. Bob hilft mir den Kopf frei zu bekommen und abzuschalten, um mich danach wieder voller Elan und Motivation in meine Arbeit zu stürzen. Sie ist quasi mein Joker für eine gesunde Work-Life-Balance, und die wünschen wir uns ja alle.

Apropos Hund, wir werden beobachtet. Wie gerufen kommt uns Bob, eine kleine braun-weiss gefleckte Hündin, schwanzwedelnd entgegen. Es ist also Zeit für einen Walk um den Block, wo wir unser Gespräch fortführen. Aufbruch also: Team CLARK goes Park.  Während Bob vergnügt alle Ecken des Parks und seine Besucher inspiziert, plaudern wir an diesem Herbsttag weiter.  


„Als Kind hatte ich auch schon eine Katze, die Max hieß, jetzt habe ich eine Hündin, namens Bob“  

COVERED: Wann genau bist du auf den Hund gekommen? Wie habt ihr also zusammengefunden, du und Bob? Und warum Bob, wo es doch eine Hündin ist? Wir sind neugierig.

Livia: Bob ist eine Zugereiste und kommt aus einem spanischen Tierheim. Mit einer deutschen Tierschutzorganisation ist sie nach Berlin und damit zu mir gekommen. Ja, das mit dem Namen muss ich oft erklären. Was soll ich sagen? Irgendwie hatte ich den Namen vorab im Kopf, wollte aber trotzdem eine Hündin. Scheinbar bin ich da stur. Bob scheint es jedenfalls nicht zu stören. Als Kind hatte ich auch schon eine Katze, die Max hieß, jetzt habe ich eine Hündin, namens Bob.

Aufs Cover geschafft: Hündin Bob

COVERED: Mit deinem Buch “Walking Wild” hast du einen Weg gefunden, deine kreative Arbeit mit einem anderen, ebenso wichtigen Aspekt deines Lebens, deinem Hund, zu verbinden. Ein Herzensprojekt also?

Livia: Ein absolutes Herzensprojekt! In meinem Kopf geisterte schon immer die Idee umher, irgendwann einmal ein Hundeprojekt anzugehen. Zudem finde ich das Thema Buch inklusive Druck, Materialien und dem Zusammenspiel mit Design extrem spannend. Auch wenn sich heutzutage vieles Digitales abspielt, schätze ich doch auch den analogen Druck und finde Bücher nach wie vor spannend. Ich habe mir also einen Verlag gesucht und habe Anfang 2019 einfach losgelegt.

COVERED: Entstanden ist ein so ein ästhetisch ansprechender, 216 Seiten starker und nach Himmelsrichtungen sortierter Guide für Hundehalter und Naturfreunde. Darin stellst du deine Lieblings-Spots und persönlichen Entdeckungen vor, mit denen man Berlin weit hinter sich lassen kann. Wie genau sieht dein Beitrag zu diesem Buch aus?

Livia: Konzept, Recherche, Fotos, Materialauswahl und natürlich das Design: Bis auf die textliche Unterstützung durch eine tolle Autorin kam quasi alles aus einer Hand – in dem Fall meiner. Das war neben den Aufträgen meines Studios ein gutes Stück Arbeit – aber auch eine ganze Menge Spaß und Abenteuer mit Bob. Genau wie ich mir Arbeit im Idealfall vorstelle. Nach etwa neun Monaten Arbeit war der Launch dann Ende September 2019.

Die Natur in und um Berlin neu entdecken im Buch "Walking Wild"

COVERED: Kind, Buch, Hund, Job: Wann hast du das letzte Mal etwas nur für dich gemacht?

Livia: Vor kurzem habe ich mir das erste Mal eine kleine Auszeit im Vabali (Anmerk. der Redaktion: Spa mit Saunalandschaft in Berlin) gegönnt. Das war Entspannung pur. Meine Tochter ist jetzt neun Monate alt und so ganz allmählich kann ich ab und an auch mal wieder einfach nur Livia sein und nicht nur Mama. Ich genieße das, auch wenn ich sehr gern Mutter und Hundemami bin.  

„Mein Gestaltungshunger ist noch lange nicht gestillt”

COVERED: Welche neuen Pfade willst du zukünftig beschreiten? Gibt es schon ein nächstes Projekt? Ein neues Buch? Ein neuer Hund?

Livia: Ich freue mich sehr darauf, nach der Elternzeit beruflich wieder mehr einzusteigen und das eine oder andere Branding-Projekt voranzutreiben. Dafür brenne ich. Zudem habe ich gerade erst ein weiteres Buchprojekt abgeschlossen. Ob ein Drittes Buch folgt? Wer weiß?! Mein Gestaltungshunger ist jedenfalls noch lange nicht gestillt. Ein weiterer Hund? Mit einem Hund bin ich vorerst voll und ganz happy.    

Ein gutes Team bei jeder Wetterlage

COVERED: Thema Hund. Bob erkundet munter ihr Revier. Läuft das denn immer glatt oder ist schon einmal etwas passiert? Bist du zum Beispiel über eine Hundehaftpflicht oder Krankenversicherung für den geliebten Vierbeiner versichert?  

Livia: Klar, die Haftpflicht habe ich. Die muss ohnehin jeder Hundebesitzer in Berlin haben. Das ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Bisher ist mit Bob auch noch nichts passiert, ich denke aber über eine Krankenversicherung für Hunde nach. Man weiß ja nie, was kommt.  

COVERED: Vielen Dank aber erst einmal für das Gespräch und dafür, dass du uns mitgenommen hast auf einen Wellness-Walk. Wir wünschen dir viel Erfolg bei deinen neuen Projekten, bei Kind und Hund.


„Walking Wild Berlin mit Hund” von The Gentle Temper ist hier für 24 Euro erhältlich  

Die Top 3 Ausflugstipps für Herrchen, Frauchen und Naturfreunde von Livia Ritthaler  

  1. Glindower Alpen: Im Süden Berlins gelegen, vermitteln sie das Gefühl, dass man sich nicht mehr in der Stadt, geschweige denn in einer Großstadt befindet. Der schluchtartige Urwald ist Natur pur und sehr beeindruckend.
  2. Das Erpetal: Das Naturschutzgebiet eignet sich optimal zum Runterkommen und Abschalten. Hier kann man an der Fließ entlang spazieren, die von weiten Feldern gesäumt ist und mit einem Märchenwald aufwartet.
  3. Re:hof Rutenberg: Der ehemalig Pfarrhof in der Uckermark ist für Wochenend-Ausflügler ideal. Man übernachtet in einem kleinen Häuschen am Grundstück und kann vom Bett direkt auf Felder und Wald blicken. Zusätzlich kann man in der Sauna schwitzen und im Spa entspannen.

Immer für einen Spaß zu haben: Livia Ritthaler

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