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„Ich habe als Work-Life-Coach:in meine Berufung gefunden”

Würde man Leni Bolt in einem Motivationszitat zusammenfassen, wäre es vermutlich: „Live, Love, Laugh, Leni!”. Denn wer Leni und ihrer positiven Energie einmal begegnet ist, kann gar nicht anders, als selbst positiv zu denken.
8 Minuten
Von
Jessica Walker
,
veröffentlicht am
5.10.2022
.
Fotos:
Jonas Holthaus

Davon konnten wir uns bereits im Juli überzeugen, als wir die Work-Life-Coach:in und Creator:in mit der beruhigenden Stimme und dem herzlichen Lachen das erste Mal im Rahmen der Cologne Pride in Köln auf einem Event der gemeinnützigen ohhh! foundation kennengelernt haben.

Dabei musste Leni, die viele wahrscheinlich aus der Netflix-Serie „Queer Eye Germany“ kennen, selbst erst den Weg zu ihrem persönlichen Glück finden. Und dieser wurde ihr nicht nur als queere, nicht-binäre Person in der Vergangenheit alles andere als leicht gemacht – auch beruflich und gesundheitlich hat die 29-Jährige aufgrund eines Burnouts bereits dunkle Zeiten hinter sich.

Wie sie es danach geschafft hat, sich ein neues, glücklicheres Leben aufzubauen und mit welchen Tipps sie anderen Menschen helfen möchte, rechtzeitig eine ausgewogene Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden – all das hat uns Leni bei ihrem Besuch in unserem Berliner Office erzählt.

COVERED: Hallo Leni! Schön dich wiederzusehen. Auf der Cologne Parade in Köln konnten wir bereits live erleben, wie du permanent Freude um dich herum verbreitest und wie du auf deiner eigenen Zen-Wolke total ausgeglichen und bei dir wirkst. Gleichzeitig wissen wir, dass das leider nicht immer der Fall gewesen ist. Kannst du uns ein bisschen von dir, deiner Vergangenheit und deinen bislang wichtigsten Wendepunkten im Leben erzählen?

Leni: Ich bin als queeres Kind in Nordrhein-Westfalen groß geworden. In einer kleinen, sehr konservativen Stadt. Ich war dort schon früh immer so ein bisschen Außenseiter:in und anders als die anderen und habe daher leider nicht so schöne Erfahrungen gemacht. Mit 18 habe ich dann gesagt: Fuck it! Ich lass das hinter mir! Also bin ich nach Berlin gezogen und habe Modedesign studiert. Später habe ich dann aber einen Richtungswechsel gemacht und bin heute Work-Life-Coach:in und Teil der Netflix Show „Queer Eye Germany”. In der Sendung sind wir insgesamt fünf Coaches und besuchen die Menschen zu Hause, um ihnen dabei zu helfen, ihr Leben in eine bessere Richtung zu lenken.

COVERED: Auch dein Leben hast du vor einigen Jahren in eine andere Richtung gelenkt, nachdem es dir lange Zeit gar nicht gut ging … Stichwort Burnout. Es ist bestimmt nicht leicht, darüber zu reden, aber wie ist es bei dir überhaupt so weit gekommen?

Leni: Das war tatsächlich ein sehr schleichender Prozess. Ich hatte einen Job in einer Agentur als Marketing-Manager:in und das Agenturleben ist meistens so, dass du viele, viele Stunden arbeitest und immer vor Ort bist. Zudem war es bei mir auch immer unvorhersehbar, was an Aufgaben reinkam. Und ich glaube, der Mensch braucht immer ein bisschen Struktur und eine Vorahnung, was als nächstes auf ihn zukommt. Denn wenn du die ganze Zeit ins kalte Wasser geworfen wirst, ist das sehr, sehr viel Stress. Bei mir fing es dann zuerst mit körperlichen Symptomen wie zittrigen Händen, Kopfschmerzen und Schlafproblemen an. Ich bin damit zu ganz vielen Ärzt:innen gegangen und die konnten mir alle nicht weiterhelfen, weil ich körperlich „gesund” war. Erst dann habe ich irgendwann realisiert: Okay, es ist ein Burnout.‍

Leni Bolt hat mit 29 Jahren schon viel erlebt – unter anderem einen Burnout, der ihr Leben verändert hat.


COVERED: Wow, das alleine ist schon eine krasse Diagnose mit Mitte zwanzig. Da merkt man erst mal, dass es wirklich jede:n treffen kann. Aber der schwierigere Teil kommt wahrscheinlich erst nach der Diagnose, denn: Wie geht es dann weiter?

Leni: Ich habe dann einen ganz krassen, klaren Cut gemacht. Ich habe ja 10 Jahre in Berlin gelebt, war allgemein sehr unzufrieden und habe mich in der großen Stadt nicht mehr wohlgefühlt. Das war mir einfach alles zu viel und ich habe gemerkt, dass ich richtig krass Ruhe brauche. Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, nach Spanien auszuwandern. Ich bin mit meinem kleinen Auto einfach runtergefahren bis nach Barcelona und dann mit der Fähre rüber nach Mallorca. Auf einer Finca mitten auf dem Land, nur umgeben von Schafen und Hühnern, habe ich dann begonnen, mich erst mal auf meine Heilung zu konzentrieren. Ich habe Yoga und Meditieren für mich entdeckt, habe mir Achtsamkeitsübungen angeeignet und war viel wandern. Und alle diese Dinge haben mir schließlich geholfen, meine Work-Life-Balance für mich neu zu definieren.

Sie weiß daher genau: Die richtige Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden, ist nicht immer leicht.

COVERED: Das freut uns sehr zu hören und wir haben großen Respekt, dass du so mutig warst, diesen Schritt alleine zu gehen und dein Leben und dein Glück selbst in die Hand zu nehmen! Genau dabei brauchen viele Menschen jedoch Hilfe, die du ihnen als Expert:in für Zeitmanagement & Achtsamkeit im Arbeitsalltag geben möchtest. Was ist denn deine Erfahrung und Beobachtung: Gibt es DIE EINE Sache, die wir fast alle falsch machen und die unsere Work-Life-Balance durcheinander bringt oder zu Frustrationen im Job führt? 

Leni: Ja, ich glaube, das sogenannte „People Pleasing” vereint sehr viele Menschen. Das bedeutet, dass wir gerade im beruflichen Kontext ganz oft „Ja” sagen, obwohl wir eigentlich „Nein” meinen. Und genau da helfe ich Menschen, dass sie ihre Grenzen besser setzen. Denn wenn du keine Grenzen setzt und immer „Ja” sagst, dann werden die Leute dir immer mehr aufbürden, immer mehr Aufgaben geben und irgendwann landest du in einem Burnout – und davor versuche ich die Menschen zu schützen.

Heute kann Leni wieder lachen, denn sie hat es geschafft, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen ...


COVERED: Hast du denn aus dem Stegreif 2-3 Tipps, die jede:r sofort umsetzen kann, um die eigene Work-Life-Balance zu verbessern?


Leni: Ja, auf jeden Fall. Tipp Nr. 1 ist ein gutes oder besseres Zeitmanagement. Hier hilft es, wenn wir mal einen Tag oder eine Woche lang unsere Zeit tracken. Dafür gibt es auch kostenlose Apps. So kann man am Ende der Woche schauen, wie viel Zeit man z.B. mit E-Mails oder mit einer bestimmten Aufgabe verbracht hat und was eigentlich die eigenen Zeitfresser sind – wie etwa Social Media, die man zwischendurch „nur mal kurz” öffnet und die einen dann aber so reinziehen, dass plötzlich 20-30 Minuten weg sind. 

Tipp Nr. 2 ist mit Blick auf die mentale Gesundheit, dass du auf jeden Fall einen Ausgleich zu deiner Arbeit hast. Denn ganz viele Menschen sind einfach Workaholics und nach der Arbeit so fertig, dass sie nichts mehr machen. Und da rate ich aber: Versuche im Vorfeld schon etwas zu planen, dich mit Freund:innen zu verabreden oder vielleicht auch ein Hobby oder sportliche Aktivität zu etablieren. Gerade wenn du einen Bürojob hast, ist Bewegung total wichtig. 

Und der 3. Tipp ist, dass du produktiver wirst. Da empfehle ich immer die Pomodoro-Technik, für die du nur einen Timer und eine Aufgabe brauchst. Dann setzt du den Timer auf 25 Minuten und arbeitest an deiner Aufgabe. Danach machst du 5 Minuten Pause – und das Ganze wiederholst du dann 4 Mal. So verhinderst du, dass du dich in die Social-Media-Falle locken lässt und dich ablenkst. Die kleinen Pausen helfen dir tatsächlich dabei, zwischendurch mal durchzuatmen, dir einen Kaffee zu holen und danach hast du auch wieder Lust bzw. die Energie, langfristig an deinen Aufgaben oder Zielen zu arbeiten.

... und möchte als Work-Life-Coach:in heute anderen Menschen dabei helfen, dasselbe zu tun.

COVERED: Langfristige Ziele sind ein gutes Stichwort! Hast du denn selbst gerade ein Ziel oder ein Herzensprojekt, an dem du arbeitest?

Leni: Ich schreibe gerade ein Buch beziehungsweise ich habe jetzt erst angefangen und ich hoffe, dass das Anfang/ Mitte nächsten Jahres fertig wird. So viel darf ich inhaltlich noch nicht verraten, aber ich hoffe, dass ich damit auch vielen Menschen helfen kann. 

COVERED: Darauf sind wir schon sehr gespannt und wünschen dir alles Liebe für dich und deine Zukunft!

Die Erlebnisse von Leni Bolt zeigen übrigens, dass eine Berufsunfähigkeit jede:n treffen kann, – unabhängig vom Alter, Geschlecht und Beruf. Statistisch gesehen wird sogar jede:r Vierte einmal im Laufe des Lebens arbeitsunfähig. In solchen Fällen steht dir eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) finanziell zur Seite, damit du dich voll und ganz aufs Gesundwerden konzentrieren kannst. 

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